
Vom 17. bis 20. Juni 2026 fand in Kanada das inzwischen 26. Yukon River Quest statt, lange Zeit eines der längsten Paddelrennen der Welt. Sportler aus aller Welt kämpften hier auf dem Yukon River, dem fünftgrößten Strom Nordamerikas, drei Tage lang um die besten Platzierungen in verschiedenen Bootsklassen.
Als einziger Starter aus Deutschland nahm in diesem Jahr das Brandenburger Einzelmitglied Mirko Prüfer in der Klasse der Einerkajak am Rennen teil, das über eine Distanz von 715 km durch eine der abgeschiedensten Gegenden Nordamerikas führt. Bis auf einen Pflichtstopp von 10 Stunden zur Hälfte des Rennens sind die Teilnehmer komplett auf sich allein gestellt und müssen die extremen Bedingungen des Rennens meistern – darunter die Überquerung des rund 50 Kilometer langen Lake Laberge, Wassertemperaturen von lediglich 8 bis 10 Grad Celsius, Schlafmangel sowie starke Temperaturschwankungen zwischen sommerlichen 27 Grad am Tag und Temperaturen um den Gefrierpunkt in der Nacht.
Nach 50 Stunden und 37 Minuten reiner Paddelzeit erreichte Mirko das Ziel auf einem hervorragenden zweiten Platz in seiner Wertungsklasse. Gleichzeitig erzielte er damit die schnellste jemals von einem deutschen Solopaddler beim Yukon River Quest gefahrene Zielzeit.
Mirko Prüfer, 45 Jahre alt, hat sich das Paddeln selbst beigebracht und trainiert zielstrebig auf den Seen und Flüsse der Lausitz. Er ist langjähriges Mitglied im Cottbuser Drachenbootteam Hai Voltage.
Er nahm bereits erfolgreich an ähnlichen Extremrennen in Europa (Loire 725), Australien (Massive Murray Paddle) und den USA (Missouri River 340) teil.
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht: Bereits im Oktober steht mit dem Great Alabama 650 in den USA die nächste Extremdistanz auf dem Programm. Das mit über 1.000 Kilometern längste Paddelrennen der Welt für Einzelstarter beendete Mirko in der Vergangenheit als erster und bislang einziger Europäer überhaupt auf einem Podestplatz. Entsprechend hoch sind auch diesmal die sportlichen Ziele.
Potsdam, 18.06.2026 | Text: Mirko Prüfer & Ralf Haas-Langwagen / Fotos: Mirko Prüfer