

Unter wechselhaften, insgesamt aber guten Bedingungen hielt der Deutsche Kanu-Verband am Wochenende auf der Regattastrecke Duisburg die Nationale Qualifikation ab – diesmal in einem neuen Format. Gerade der Nachwuchs sorgte für die ein oder andere faustdicke Überraschung.
Bundestrainer Arndt Hanisch zeigte sich mit dem Verlauf der Qualifikation zufrieden: „Das hat sich in meinen Augen wirklich bewährt. Es war eine sehr gute Veranstaltung, weil alle Top-Athleten vor Ort waren und die Leistungen so gut vergleichbar machten“, sagt Hanisch mit Blick auf das neue Format, nur eine Qualifikation auszurichten: „Alle haben sich gestellt, alle haben die Sichtung auch zu Ende gefahren“. Genau diese Verlässlichkeit sei für die weitere Kaderplanung wichtig.
Sportlich gab es neben den Leistungen der etablierten Sportler auch mehrere junge Athleten, die sich in den Rennen stark präsentierten. „Die Leistungen von Nele Reinwart (KC Limmer), Caroline Heuser (AKC Oberhausen) und Jonas Borkowski (KG Essen) im Kajak-Bereich waren bemerkenswert, auch Florin Bange (KC Potsdam) und David Töpel (SC Magdeburg) im Canadier haben überzeugt. Das zeigt, dass im Team weiterhin frische Impulse nachrücken und die interne Konkurrenz hoch bleibt. Das sind genau die Impulse, die wir brauchen, damit immer wieder Erneuerungsrate in die Mannschaft reinkommt“, so der Bundestrainer.
Eine klare Rollenverteilung gab es ganz vorne an der Spitze im Kajak-Bereich. Jacob Schopf (KC Potsdam) schaffte beinahe die perfekte Qualifikation mit den Siegen über 500 und 1000 Metern, musste sich nur auf 250 Metern knapp seinem Teamkollegen und Zweierpartner Max Lemke geschlagen geben. Eine komplett makellose Sichtung gelang Pauline Jagsch (SC Berlin-Grünau), die alle drei Distanzen für sich entscheiden konnte. „Ich habe gut trainiert und bin froh, dass ich es umsetzen konnte. Ein gutes Wettkampftraining auch dank der Konkurrenz hier, die mich ordentlich gepusht hat“, erklärt Jagsch nach ihrem dritten Sieg über die 1000 Meter.
Ebenfalls konstant ganz vorne lag Maike Jakob (KC Potsdam), die alle drei Distanzen bei den Canadier-Damen für sich entscheiden konnte. Sie blickt bereits voraus auf die nächsten Wettkämpfe: „Es war ein guter Start in die Saison, die aber noch lang ist. Jetzt wird es also wichtig sein, gesund zu bleiben und sich weiter kontinuierlich zu steigern.“ Bei den Canadier-Herren war es ein gemischtes Bild mit unterschiedlichen Siegern auf den drei Distanzen. Nico Pickert (DHfK Leipzig), der gewohnt auf der Sprintdistanz von 250 Metern vorne lag, während Conrad Scheibner (SC Berlin-Grünau) auf den 500 Metern die Bootsspitze vorne hatte. Die olympischen 1000 Meter gewann David Bauschke (DHfK Leipzig).
„Es ist schön zu sehen, dass die Olympiateilnehmer ihre Leistung bestätigen konnten. Gleichzeitig gab es einige junge Athletinnen und Athleten, die angegriffen haben“, erklärt Bundestrainer Hanisch. Genau diese Mischung aus Bestätigung und Konkurrenz ist für die Entwicklung der Mannschaft wichtig.“ Das Trainerteam nehme aus der Qualifikation daher nicht nur Platzierungen mit, sondern auch wertvolle Eindrücke für die weitere Besetzung der Boote, die Entwicklung im Kader und die nächsten Schritte in Richtung Weltcup.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist aus Sicht des Trainerteams die Langstrecke zum Abschluss. Durch den Fakt, dass für die Weltrangliste auch Punkte für die 5000 Meter vergeben werden, gewinnt diese Distanz an Bedeutung dazu – und macht es interessant, auf Langstrecken-Spezialisten zu setzen. Im Kajak-Bereich gewann genau diese auch die Rennen, Nico Paufler (KG Essen) bei den Herren und Caroline Heuser bei den Damen. Tim Bechthold (Rheinbrüder Karlsruhe) siegte bei den Canadier-Herren, während Maike Jakob mit ihrem Sieg die perfekte Ausbeute erreichte.
Nach der Qualifikation richtet sich der Blick nun auf die Weltcups im Mai und die Nominierung des Nationalteams. Die erweiterte Weltcup-Mannschaft wird durch den Trainerrat nominiert.
Potsdam, 16.04.2026 I JH / Quelle: Deutscher Kanu-Verband, Nationale Qualifikation im Kanu-Rennsport abgeschlossen